Körperkult der zum Bewertungskriterium wird

 

Jetzt wo die Tage länger und die Nächte kürzer werden, uns die öffentlichen Verkehrsmittel bei 25 Grad die Laune verderben und sich leider viele Menschen ihren Körpergerüchen nicht bewusst sind, kann er kommen, der Sommer. 

Mit den langersehnten, für Europäer fast tropischen Temperaturen, werden vorsichtig aber doch die Wintersachen verstaut und Bikinis und C.O. in die ersten Reihen unserer Kästen gerückt. 

Doch gerade mit dieser Zeit des Jahres und den damit verbunden knapp bekleideten Menschen, werden auch die, vor allem beim weiblichen Geschlecht anzutreffenden "Bewertungen" beziehungsweise "Vergleiche" wieder aktuell. Da man nach gefühlten Jahren der Kälte und Dunkelheit, was man im Volksmund auch "Winter" nennt, endlich wieder die Gelegenheit bekommt sich in knappen Hosen und engen T-Shirts zu zeigen, kommen automatisch Zweifel und Bedenken über den eigenen Körper auf, die in vielen Fällen durch andere Menschen verstärkt werden. 

 

Zu kleine Brüste, zu breite Hüften und um das ganze Paket zu vervollständigen, hat sich noch ein Schwimmreifen um den untern Bauch gebildet. Oft werden in diesem Bezug voreilige Schlüsse getroffen und es werden Menschen ver- oder beurteilt die nicht der Norm entsprechen. "Menschen die dick sind, sind nicht automatisch Gegner von gesundem Essen. Menschen die dünn sind, haben nicht automatisch Essstörungen und machen nicht täglich exzessiven Sport."  

 

Natürlich ist der Einfluss von Medien als auch der, der Schönen und reichen Berühmtheiten nicht zu vergessen (schlimm genug, dass es für ein derartiges Verhalten anderen Menschen gegenüber bereits Betitelungen gibt). Body-Shaming und C.O sind längst Bestandteil unseres täglichen Sprachgebrauchs geworden und vor allem aus Sozialen Netzwerken fast nicht mehr wegzudenken. 

Body-Shaming oder derartige Äußerungen können für viele Leute, auch wenn diese bereits Jahre zurück liegen ein ewiger Kampf sein. Es verletzt und lässt uns an unserem Ich und an dem was wir verkörpern und sind zweifeln. 

 

Aber jetzt mal Karten auf den Tisch.. Eine derartige Denkweise reduziert uns doch alle auf Oberflächliches! Bei diesem heiklen Thema ist es natürlich zu beachten, niemandem zu nahe zu treten - aber ganz ehrlich.. Dürfen jetzt nur bestimmte Leute über Body-Shaming reden oder schreiben?

 

Man hört oft: Die/der hat doch eh einen tollen Körper, was haben die denn mit Body-Shaming zu tun? Aber in meinen Augen geht es nicht darum wer darüber reden darf und wer nicht. Jeder ist bis zu einem gewissen Grad betroffen und sollte sich dieses Thema zu Herzen nehmen! Auch die Männerwelt ist lange nicht mehr so unbefleckt wie wir vielleicht denken. Minderwertigkeitskomplexe in der testosteronüberlasteten Welt sind längst keine Seltenheit mehr. 

 

Um diese, über die Stränge schlagende Plage des Body-Shamings zu umgehen, braucht es ein bisschen mehr als liebe Worte vom Partner, dass die Rundungen oder etwas zu markanten Knochen schön und sexy sind. Natürlich ist das schon mal ein guter Anfang! Bis die absurden Schönheitsideal der Gesellschaft nicht endgültig begraben werden, liegt es bei uns, diese in unseren Köpfen zu demontieren. Lasst uns im Kollektiv daran arbeiten, dass jeder wunderschön ist und sich niemand für irgendetwas schämen muss. Weder kleine Polster an der Po-Zone noch sonstige irrelevanten, nicht der Norm entsprechende Einzelheiten können uns davon abhalten so glücklich zu sein wie wir sind! 

 

#beproudofyourself

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